„based.“ erhält Arno-Esch-Preis 2026: Ein Plädoyer für gelebte Meinungsfreiheit

In seiner Dankesrede spricht das Team des Podcasts über journalistische Neugier, das Vertrauen in mündige Menschen und drei Appelle an Liberale.

27. Mai 2026 · based. Podcast
„based.“ erhält Arno-Esch-Preis 2026: Ein Plädoyer für gelebte Meinungsfreiheit

Bei der Verleihung des Arno-Esch-Preises 2026 hat das Team des Politik-Podcasts based. die Auszeichnung entgegengenommen und sie zum Anlass für ein Plädoyer über den Zustand der Meinungsfreiheit in Deutschland genommen. Zu Beginn dankte der Redner im Namen des Teams – unter anderem Benjamin Scherp und Jan Feddersen – und ordnete die eigene Arbeit ein: Man arbeite unter dem Schutz des Grundgesetzes und sehe sich in keiner direkten Nachfolge zum Namensgeber Arno Esch, der im Alter von nur 23 Jahren in der Sowjetunion ums Leben kam.

Warnsignale einer angespannten Debattenkultur

Zwar sei die Meinungsfreiheit rechtlich gesichert, doch verwies der Redner auf Umfragezahlen: 46 Prozent der Deutschen hätten laut Institut für Demoskopie Allensbach nicht das Gefühl, ihre Meinung frei äußern zu können, fast 70 Prozent fänden die Debattenkultur schlecht. Er warnte vor subtileren Bedrohungen freier Rede und dem Verlust des Mutes, die eigene Meinung zu sagen.

„Eine freie Gesellschaft erkennt man daran, dass sie Gespräche und verschiedene Meinungen aushält, auch unangenehme und solche.“

Journalismus mit Neugier und Respekt

Das Motto des Podcasts – „Journalismus mit Neugier und Respekt“ – sei heute erklärungsbedürftig geworden, so der Redner. Sätze wie „dem kann man doch keine Bühne bieten“ oder „solchen Leuten darf man keine Plattform geben“ höre er häufig – und lehne sie ab. Dahinter stehe ein Menschenbild, das dem Publikum die Fähigkeit zur eigenen Urteilsbildung abspreche. Man setze dagegen auf das Vertrauen in kritische, mündige Menschen.

„Neugier bedeutet nicht, schon vorher zu wissen, wie ein Gespräch ausgehen soll und versuchen, eine Person und deren Argument in eine Schublade zu stecken.“

Journalismus sei „im besten Fall immer etwas anderes“ gewesen, „nicht die permanente öffentliche Versicherung der eigenen Tugendhaftigkeit“. Warnhinweise wie „umstritten“ lehne man ebenso ab wie das Moralisieren im Gespräch.

Drei Appelle an die Liberalen

Zum Abschluss richtete der Redner drei Appelle an das Publikum. Erstens ging er selbstkritisch mit dem eigenen Lager ins Gericht: Sozialliberale und Libertäre verbrächten „unfassbar viel Energie damit, sich gegenseitig diesen Liberalismus abzusprechen“. Zweitens berichtete er von einem umstrittenen Auftritt mit Ulf Poschardt bei der taz, im Vorfeld habe es Diffamierungsversuche gegeben – sein Aufruf: sich nicht einschüchtern lassen. Drittens forderte er zum Handeln auf.

„Wenn euch die Freiheit wichtig ist, dann müsst ihr etwas tun und genau gründet. Gründet NG OS, gründet Unternehmen, gründet Initiativen.“

Der Preis bedeute dem Team viel – nicht nur wegen der Auszeichnung selbst, die nach dreieinhalb Jahren Arbeit die erste sei, sondern auch wegen des Namens, den er trägt. „Vielen Dank, dass wir ein wenig zum Gedenken an Arno Esch beitragen dürfen“, schloss der Redner.

Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.

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