Zu Gast: Jan Feddersen

Wie wurde der ESC zum politischen Schlachtfeld? Jan Feddersen im Gespräch

In einer Bonus-Folge des Podcasts „based.“ diskutiert Jan Feddersen über Israel beim Eurovision Song Contest, Boykotte, Buhrufe – und das verlässliche deutsche Scheitern.

18. Mai 2026 · based. Podcast
Wie wurde der ESC zum politischen Schlachtfeld? Jan Feddersen im Gespräch

Der Eurovision Song Contest gilt vielen als bunte Show – doch in dieser Bonus-Folge des Podcasts based. steht die politische Dimension des Wettbewerbs im Mittelpunkt. Fünf Länder boykottierten, in der Halle waren Buhrufe zu hören, und eine ARD-Aftershow umging das Israel-Thema komplett – obwohl das deutsche Publikum gerade zwölf Punkte nach Tel Aviv geschickt hatte. Am Mikrofon führt Dominik Steffens durch das Gespräch mit Co-Host Jan Feddersen, der als erster deutscher Journalist den ESC überhaupt ernsthaft beschrieben hat.

Israel, Boykotte und der Streit um Begriffe

Der Umgang mit Israel prägte die diesjährige Ausgabe des Wettbewerbs. Fünf Länder entschieden sich für einen Boykott, in der Halle kam es zu Buhrufen. Auffällig: Die ARD-Aftershow ließ das Israel-Thema außen vor, obwohl das deutsche Publikum Israel mit zwölf Punkten die Höchstwertung gab.

Jan Feddersen bezieht in der Folge klar Position. Den Genozidvorwurf bezeichnet er als Propagandaformel. Den zweiten Platz für Israel wertet er nicht als Niederlage, sondern als Triumph. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, wie politisch der ESC eigentlich sein darf – und wie sehr die aktuelle Weltlage sich in einem Musikwettbewerb spiegelt.

Deutschlands verlässliches Debakel

Ein zweiter Schwerpunkt der Folge ist das deutsche Abschneiden. Feddersen hält die deutschen ESC-Bemühungen für ein Debakel. Seine These: Die ARD habe Angst vor der eigenen Moderne. Statt Mut zu zeigen, verhalte sich der Sender zurückhaltend – mit entsprechenden Ergebnissen.

Daraus ergibt sich die Leitfrage der Episode: Warum scheitert Deutschland so verlässlich beim Eurovision Song Contest? Feddersen verknüpft das schwache Abschneiden mit einer grundsätzlichen Haltung, die sich seiner Ansicht nach auch in der Berichterstattung rund um die Show zeigt – etwa im Umgang mit dem Israel-Thema in der Aftershow.

Wie politisch darf der ESC sein?

Über allem steht die Frage, die der Folge ihre Klammer gibt: Wie politisch darf ein Wettbewerb sein, der sich offiziell als unpolitisch versteht? Boykotte, Buhrufe und die Zurückhaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zeigen, dass sich diese Frage in der Praxis kaum vermeiden lässt.

Feddersens Blick als langjähriger Beobachter des Formats verbindet dabei zwei Ebenen: die konkrete politische Aufladung durch den Fall Israel und das strukturelle Problem der deutschen Beiträge. Die Bonus-Folge lädt dazu ein, den ESC nicht nur als Unterhaltung, sondern als Bühne gesellschaftlicher Debatten zu verstehen.

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Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.

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