Folge #97 · Zu Gast: Max Mannhart

„Wir erbringen eine Dienstleistung wie jeder andere auch": Max Mannhart über neue Medien

Der 23-jährige Chefredakteur von Apollo News spricht bei „based." über Marktlücken im Journalismus, den Streit um „alternative Medien" und die Angriffe gegen seine Redaktion in Berlin.

27. Oktober 2025 · based. Podcast
„Wir erbringen eine Dienstleistung wie jeder andere auch": Max Mannhart über neue Medien

In der 97. Episode von „based." ist Max Mannhart zu Gast, mit 23 Jahren bereits Chefredakteur des Onlinemediums Apollo News. Das Gespräch dreht sich um die Frage, warum es aus seiner Sicht neue Medien neben den etablierten Häusern braucht – und wie sich sein Projekt in der deutschen Medienlandschaft verortet.

Eine „Marktlücke" im Journalismus

Mannhart beschreibt die Entstehung von Medien wie Apollo News als Reaktion auf ein wachsendes Publikum, das sich von klassischen Häusern nicht mehr abgebildet fühle. Den Begriff „alternative Medien" lehnt er ab und spricht lieber von neuen Medien, die auf einen Markt drängen.

„Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass der klassische Journalismus oder die klassischen Medienhäuser, die wir in Deutschland hatten, insbesondere natürlich der öffentlich rechtliche Rundfunk, aber auch die privaten Medien, ein immer größer werdendes Feld an Lesern im politischen Spektrum nicht mehr repräsentieren oder abdecken können."

Kritik an der „Selbstüberhöhung"

Ein zentrales Problem des Journalismus sieht Mannhart in dessen Attitüde. Statt sich als vierte Gewalt zu inszenieren, plädiert er für ein nüchternes Selbstverständnis: Journalismus sei eine Dienstleistung wie jede andere, mit eigenen Standards.

„Ich glaube, ein grundsätzliches Problem im Journalismus ist, du hattest es auch vorhin schon so. N bisschen angesprochen ist die Selbstüberhöhung dieses ganzen Berufes."

Auf den Vorwurf angesprochen, Apollo News führe Kampagnen gegen politisch Andersdenkende, verweist Mannhart darauf, dass jedes Medium auf Wirkung ziele. Entscheidend sei allein, ob die Berichterstattung stimme.

„Die Frage ist, stimmt das was wir geschrieben haben oder nicht und es hat gestimmt. Und damit haben wir unseren Job gemacht."

Sound, Zeitgeist und die Angriffe in Berlin

Im Gespräch wird Mannhart auch mit dem offensiven Ton seines Mediums konfrontiert – mit Formulierungen wie „Mob", „Blamage", „Eskalation" oder „Abrechnung". Der Moderator fragt nach der Bedeutung dieser Sprache.

„Euer Sound ist ja schon deutlich und so oder offensiv, also wenn ihr Mob Blamage, Eskalation, empören, beben, katastrophal auseinandernehmen, Abrechnung, warum ist euch das so wichtig?"

Mannhart antwortet, das sei eine Stilfrage; Emotionen und die Kunst des Boulevard gehörten dazu, gerade für ein wachsendes Medium. Ausführlich schildert er zudem eine Kampagne der Linkspartei in Berlin-Treptow, die sich gegen die Redaktion richtete – mit Veranstaltungen und Flyern, die er als Einschüchterungsversuch versteht. Es habe bereits Sachbeschädigungen und rund 40 Anzeigen gegeben. Zugleich betont er, dass es diesmal breite Solidarität gegeben habe, bis hin zum Deutschen Journalistenverband.

Mit Blick auf die Zukunft gibt sich Mannhart betont zurückhaltend. Man wolle kontinuierlich und stabil wachsen, ohne die „große Wette" einzugehen – aktuell beschäftige Apollo News 19 Mitarbeiter und schreibe schwarze Zahlen. Auch einen sich drehenden Zeitgeist sieht er gelassen: Ein Medium müsse ohnehin immer gegen den Strom berichten.

Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.

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