Rebecca Schönenbach über den 7. Oktober: Warum islamistische Gewalt gezielt Frauen trifft
Die Islamismus-Expertin erklärt im Podcast „based.“, warum sexualisierte Gewalt für Terrororganisationen ein Instrument ist – und wie Antisemitismus und Frauenhass zusammenhängen.
Zwei Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel spricht die Islamismus-Expertin Rebecca Schönenbach im Podcast „based.“ über einen bislang wenig beleuchteten Aspekt des 7. Oktober: die systematische sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Schönenbach leitet ehrenamtlich den Verein Frauen für Freiheit und arbeitet beruflich in der Bekämpfung von Extremismusfinanzierung.
Ein geplantes Massaker
Schönenbach betont, dass die Gewalt vom 7. Oktober kein spontanes Ausufern gewesen sei, sondern lange vorbereitet – einschließlich der Übergriffe auf Frauen. Auf Basis von Aussagen festgenommener Täter und der Arbeit einer zivilen Initiative in Israel beschreibt sie eine Systematik an mehreren Tatorten.
Ich glaube, bemerkenswert ist, was immer noch nicht durchgedrungen ist, dass das geplant war, mindestens 2 Jahre im Voraus geplant, und zwar inklusive der sexualisierten Gewalt.
Diese Gewalt habe eine über die direkten Opfer hinausreichende Wirkung, so Schönenbach: eine sogenannte sekundäre Traumatisierung, die ganze Gemeinschaften erfassen und das Ziel verfolge, Jüdinnen weltweit zu verunsichern.
Ein Muster über Ländergrenzen hinweg
Die radikalisierende Wirkung des Massakers zeige sich inzwischen auch in Europa. Schönenbach verweist auf Fälle in Frankreich.
Frankreich hat es bereits 2 Vergewaltigungen gegeben, bei denen die Täter angegeben haben, als Motiv Rache für Palästina und besonders erschreckend ist, dass die zweite Vergewaltigung, die hat in Paris stattgefunden. Das Opfer ist 12 Jahre alt, ein jüdisches Mädchen und auch die Täter sind 12 und 13 Jahre alt.
Antisemitismus und Frauenhass folgen laut Schönenbach demselben Argumentationsmuster – der Täter-Opfer-Umkehr. Wenn beim Massaker gesagt werde, man müsse „den Kontext sehen“, laufe das darauf hinaus, Israel die Schuld zuzuweisen. Analog dazu beschreibt sie den Umgang mit Vergewaltigungsopfern.
Kopftuch als Machtinstrument
Für Schönenbach ist das Kopftuch dort keine freie religiöse Entscheidung, wo Frauen für dessen Ablegen mit Konsequenzen bis hin zur Gewalt rechnen müssten.
Die Realität ist, dass in Deutschland Frauen verfolgt werden. Von ihren Familien, von der Umgebung, ihrer Familie. Weil sie das Kopftuch ablegen, und zwar bis hin zum Mord.
Solange der Staat diese Frauen nicht in allen ihren Rechten schütze, sei das Kopftuch aus ihrer Sicht kein privates Symbol, sondern ein Machtinstrument. Sie plädiert für ein weltanschaulich neutrales Auftreten des Staates im öffentlichen Dienst und verweist auf Erfahrungen aus Frankreich. Zugleich warnt sie davor, alle Migranten mit Tätern gleichzusetzen: Integration funktioniere nur über das Individuum, nicht über ein „Kollektiv der Muslime“.
Zum Abschluss fordert Schönenbach vor allem Transparenz bei der Finanzierung von Organisationen sowie restriktivere Maßnahmen gegen Antisemitismus, um diesen wieder in den Bereich des gesellschaftlich Geächteten zurückzudrängen.
Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.
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