„Wo entmenschlicht wird“: Ben Krischke über die Reaktionen auf den Mord an Charlie Kirk
Im „based.“-Podcast spricht der Cicero-Journalist über den tödlichen Anschlag auf den US-Aktivisten, die deutsche Berichterstattung und die Frage, warum sich manche über den Tod freuten.
In der 93. Folge des Podcasts „based.“ ist Ben Krischke, Leiter Digitales beim Cicero, zu Gast – bereits zum dritten Mal. Anlass ist die Ermordung des 31-jährigen US-Aktivisten Charlie Kirk an einer Universität in Utah. Krischke, der Kirk als „radikalen Brückenbauer“ beschreibt, zeigt sich sichtlich betroffen und kritisiert scharf sowohl die Reaktionen in sozialen Medien als auch Teile der deutschen Berichterstattung.
Die Frage nach der Freude über einen Tod
Der Moderator berichtet, dass in Kommentarspalten und im Bekanntenkreis Freude über den Tod Kirks spürbar gewesen sei. Krischke ordnet dies als Folge einer jahrelangen Verrohung des politischen Diskurses ein.
„Und auch wenn man so will, ist auch der Mord an Charlie Kirk vielleicht eine logische Konsequenz dieser Entmenschlichung des politischen Gegners.“
Besonders schockiert habe ihn, dass Kirk bewusst den Dialog gesucht habe. Kirk trat unter dem Motto „Prove me wrong“ auf und diskutierte öffentlich mit Andersdenkenden.
„Und das hat mich so schockiert an dieser Sache, dass du auf Menschen zugehst mit ihnen die Diskussion suchst und dafür mit dem Leben bezahlst.“
Kritik an der öffentlich-rechtlichen Berichterstattung
Ausführlich geht es um die mediale Aufarbeitung. Krischke wirft dem ZDF-Korrespondenten Elmar Theveßen vor, eine Falschaussage verbreitet zu haben – Kirk habe angeblich gefordert, Homosexuelle zu steinigen. Auch die Anmoderation von Dunja Hayali, die von „rassistischen, sexistischen und menschenfeindlichen Aussagen“ sprach, bewertet er als „Leichenfledderei“. Er unterstellt Theveßen dabei keine Absicht, sondern mangelnde Sorgfalt.
„Ich unterstelle Elmar Tewesen, dass er intellektuell nicht fähig ist, alles das, was ihn an Informationen erreicht und in seine Welt sich passt, kritisch zu hinterfragen.“
Krischke verweist zum Kontrast auf US-Autor Stephen King, der eine ähnliche Behauptung öffentlich zurückgenommen habe, während sich die deutschen Journalistinnen und Journalisten nicht entschuldigt hätten.
Waffenrecht, Meinungsfreiheit und die Sorge vor politischer Gewalt
Der Gast plädiert dafür, das US-Waffenrecht kultursensibler zu betrachten, und ordnet auch die Absetzung von Late-Night-Host Jimmy Kimmel ein, die er als Entscheidung eines Privatunternehmens differenziert bewertet. Zugleich mahnt er, zunächst auf die eigene Lage zu schauen. Mit Blick auf Deutschland verweist er auf bereits existierende politisch motivierte Gewalt – von Angriffen auf Politiker bis zur linksextremen „Hammerbande“ – und äußert Sorge.
Zum Abschluss appelliert Krischke an die Hörerinnen und Hörer, sich öffentlich zu ihrer Meinung zu bekennen und Widerspruch auszuhalten – im Sinne des Podcast-Mottos: einander zuhören und miteinander ins Gespräch gehen.
Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.
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