Ben Krischke über die politische Macht von Wokeness
Der Cicero-Redakteur Ben Krischke erklärt, warum er die woke Grundhaltung für weit mehr als eine Randdebatte hält.
Ben Krischke ist Leiter Debatte beim Magazin Cicero und Mitherausgeber des Buches „Die Wokeness-Illusion“. In der 9. Episode von based. spricht er mit den Hosts über die politische Macht von Wokeness und ihre Auswirkungen auf Debatten und Politik.
Wenn Gefühl über Realität entscheidet
Krischke sieht die Grundlage der Identitätspolitik darin, dass subjektive Empfindungen zum Maßstab würden:
letztlich zu sagen, dass ein Gefühl über Realität entscheidet und nicht mehr Realität über Realität entscheidet
Ein Patriarchat oder einen strukturellen Rassismus in Deutschland bestreitet er weitgehend. Zur Debatte um paritätisch besetzte Parlamente verweist er darauf, dass in allen Parteien mehr Männer als Frauen Mitglied seien, und plädiert dafür, zunächst mehr Frauen an Parteien heranzuführen, statt Quoten zu verordnen.
Mehr als eine Randdebatte
Krischke betont, dass sein Buch nicht gegen das Gendern gerichtet sei, sondern eine Grundlogik beschreibe, die viele Bereiche präge, von der Migrations- bis zur Coronadebatte. Für nachhaltige Politik fordert er Schritt-für-Schritt-Pragmatismus:
langfristige, nachhaltige Politik, die klappt nicht mit der Brechstange
Am Beispiel des Atomausstiegs bei gleichzeitigem Betrieb von Kohlekraftwerken sieht er eine unstringente, ideologiegetriebene Energiepolitik.
Wachsender Widerstand
Krischke beobachtet zunehmenden Widerstand gegen woke Vorstellungen und hält die Bewegung langfristig für nicht tragfähig:
die Luft auf jeden Fall wird dünner für irgendwelche kruden Gesellschaftsideen
Als früher SPD-nahes Arbeiterkind kritisiert er, dass sich Teile der Linken von der sozialen Frage entfernt und Wohlstandsdebatten zugewandt hätten. Als Antwort verteidigt er die soziale Marktwirtschaft und warnt davor, mit planwirtschaftlichen Instrumenten wie Verboten in ein fragiles Wirtschaftssystem einzugreifen.
Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.
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