Noam Petri: Wie Akademiker aus Sicht des Autors den Westen schwächen
Im „based.“-Podcast spricht Mediziner und Aktivist Noam Petri über sein Buch „Die intellektuelle Selbstzerstörung“ – über eine „woke islamistische Allianz“, Vorfälle an Berliner Unis und einen von ihm geforderten Kulturkampf.
Zu Gast in Folge 88 des Podcasts „based.“ ist Noam Petri, in Tel Aviv geboren, Medizinstudent an der Charité und Aktivist gegen Antisemitismus. Gemeinsam mit seiner Kollegin Franziska Sittich hat er das Buch Die intellektuelle Selbstzerstörung geschrieben. Im Gespräch erklärt er seine zentrale These: Ideen, die an Universitäten entstehen, prägten irgendwann den gesellschaftlichen Mainstream.
Die Grundidee der „Wokeness“
Petri versucht, den Begriff der „Wokeness“ herzuleiten und beschreibt, worauf diese aus seiner Sicht beruht. Für ihn steht dabei ein negatives Selbstbild des Westens im Zentrum.
Die Grundidee von Vopeness ist im Grunde genommen, dass man, dass der Westen per se schlecht ist und weil er selber schlecht ist und gesündigt hat und diese Sünden sozusagen nicht mehr heilen kann, muss ja auch in dem Sinne abgeschafft werden.
Aus dieser Haltung leitet Petri ab, dass eine – wie er sie nennt – „woke islamistische Allianz“ entstehe: Gruppen, die er als woke bezeichnet, marschierten „Schulter an Schulter mit Islamisten“ für nach seiner Darstellung konträre Ziele.
Vorwürfe an Universitäten und Medien
Petri kritisiert den Umgang von Hochschulen mit Sachbeschädigungen und Besetzungen. Er verweist auf Vorfälle in Berlin und stellt eine Ungleichbehandlung in den Raum.
wenn man einfach anschaut, dass in Berlin mehrere. Universitäten und Hörsäle komplett zerstört worden sind, von immer von denselben Gruppen und nichts passiert ist seitens der Unis, dass diese Leute weiter in den Unis studieren beziehungsweise die Aktivisten kein Hausverbot haben, wär das mit rechtsextremen Studenten passiert, wär ne Schicht im Schacht gewesen.
Auch an den Medien übt er Kritik: Wenn Hörsäle zerstört würden, werde „kurz darüber berichtet“, dann sei „das nächste Thema schon wieder egal“. Er fordert, dass Sicherheitsorgane und Medien mehr in das Thema investieren. Zugleich unterscheidet Petri im Gespräch: Nicht jede Kritik an Israel sei antisemitisch, vieles sei aber aus seiner Sicht „einfach schwachsinnige Tricks“ und Kritik.
Der Ruf nach einem Kulturkampf
Zum Abschluss beschreibt Petri, was das aus seiner Sicht bedeutet. Er zieht eine Verbindung zwischen dem, was er als linke kulturelle Hegemonie bezeichnet, und einer Selbstaufgabe des Westens.
War im Grunde um das noch mal schneller zu Ende zu denken und zu sagen, irgendwie nicht nur es nicht wissen, wer wir sind, sondern wir schaffen es doch selber ab, weil wir sind per se, wir wissen wer wir sind, wir sind böse und wir sollten abgeschafft werden von den anderen.
Petri plädiert für einen „zivilisierten Kulturkampf“ und ruft das Bürgertum dazu auf, die „Machtfrage“ an die aus seiner Sicht bestehende linke Hegemonie zu stellen. Als Kontrast verweist der Podcast auf das Gespräch der Vorwoche mit dem Grünen-Politiker Max Lux, der den Begriff Kulturkampf von der anderen Seite verwendet habe.
Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.
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