Folge #65 · Zu Gast: Frauke Petry

Frauke Petry über Freiheit im Wahlkampf: „Team Freiheit" als Sammelbewegung

Die frühere AfD-Vorsitzende spricht im Podcast „based." über ihren Verein, das liberale Lager und die Frage, wie viel Freiheit in den Programmen der Parteien steckt.

26. Januar 2025 · based. Podcast
Frauke Petry über Freiheit im Wahlkampf: „Team Freiheit" als Sammelbewegung

In der 65. Ausgabe des Podcasts „based." ist Frauke Petry erneut zu Gast. Nach ihrem Auftritt im Dezember 2023 stellt sie diesmal ihr neues Projekt vor: keinen Parteiverbund, sondern einen Verein namens „Team Freiheit". Im Gespräch geht es um die Frage, wie viel Freiheit im Bundestagswahlkampf und in den Parteien überhaupt steckt.

Ein Verein als niedrige Organisationsschwelle

Petry beschreibt „Team Freiheit" als Sammelbewegung, die über Parteigrenzen hinweg Menschen zusammenbringen soll. Ein Verein sei bewusst gewählt, weil er eine besonders einfache Organisationsform darstelle.

Team. Freiheit versteht sich als eine Sammelbewegung für alle diejenigen, die das Thema Freiheit bewegt.

Ausgangspunkt sei ihre Beobachtung, dass der Wunsch nach Freiheit wachse, weil der Staat zunehmend eingreife. Als frühen Ausdruck nennt sie einen Bürgergipfel in Stuttgart im September, zu dem nach ihrer Darstellung fast tausend Menschen kamen.

Kritik an FDP und AfD

Im Gespräch grenzt Petry sich von der FDP ab, der sie eine Abkehr vom klassischen Liberalismus vorwirft. Sie unterscheidet zwischen negativer und positiver Freiheit und formuliert ihr Grundverständnis so:

der Staat kann nicht besser regeln.

Auch ihre frühere Partei nimmt sie in den Blick. Das viel beachtete Gespräch von Alice Weidel mit Elon Musk hält sie inhaltlich für dünn. Zur Wirkung von Musks Aussagen auf die AfD-Anhängerschaft sagt sie:

da nimmt uns endlich jemand wahr, da verdammt uns jemand nicht

Petry ordnet dies psychologisch ein: Der Zuspruch des – so ihre Beschreibung – reichsten Manns der Welt habe in der Partei zu einem „Aufatmen" geführt, sei aber weitgehend von Inhalten losgelöst gewesen.

Wege zu mehr Freiheit

Als Lösung schlägt Petry vor, die Staatsquote zu senken und den Markt stärker wirken zu lassen. Sie verweist auf Argentiniens Präsidenten Milei und darauf, dass Freiheitliche über akademische Zirkel hinaus kommunizieren müssten. Zugleich denkt sie über neue Parteistrukturen nach, die parteilose Kandidaten in die Parlamente schicken sollen.

Bewusst provokant setzt sie beim Thema Energie an und plädiert dafür, Klimaschutz und günstige Energie getrennt zu diskutieren. Ihre naturwissenschaftliche Position formuliert sie so: „ich kann nicht entscheiden, ob er menschengemacht ist oder nicht, wir können nur feststellen, er passiert." Umweltschutz und Emissionsverringerung hält sie für machbar, den Klimawandel aufzuhalten dagegen nicht. Mit Blick auf laufende Kohlekraftwerke sagt sie, es gehe um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und um bezahlbaren Strom. Das Gespräch endet mit dem Hinweis der Hosts auf weitere Inhalte zu Trump und Musk.

Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.

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