Folge #57 · Zu Gast: Benjamin Wolfmeier

„Die Partei hat mich verlassen, nicht ich die Partei“ – Ein Trump-Unterstützer aus Bielefeld erklärt sich

In Folge 57 von „based.“ spricht Benjamin Wolfmeier, Pressesprecher der Republicans Overseas in Deutschland, über den Wahlsieg Donald Trumps, seinen eigenen politischen Wandel und seine Sicht auf die US-Wahl 2020.

7. November 2024 · based. Podcast
„Die Partei hat mich verlassen, nicht ich die Partei“ – Ein Trump-Unterstützer aus Bielefeld erklärt sich

Wenige Tage nach der US-Präsidentschaftswahl und mitten im Zerfall der deutschen Ampel-Koalition ist Benjamin Wolfmeier zu Gast im Podcast „based.“. Der Pressesprecher der Republicans Overseas in Deutschland, Sohn einer US-Amerikanerin und in Bielefeld ansässig, ordnet den Sieg Donald Trumps ein und begründet seine Unterstützung. Die Redaktion betont ihren Ansatz: „wir machen Journalismus mit Neugier und Respekt, und deswegen sprechen wir nicht über, sondern mit Menschen.“

Vom Demokraten zum Republikaner

Wolfmeier war früher bei den Demokraten aktiv, bevor er zur Republikanischen Partei wechselte. Als Auslöser nennt er die Kandidatur Barack Obamas, die aus seiner Sicht zu tiefer Spaltung führte. Über seinen persönlichen Wandel sagt er:

Also ich sage immer, die Partei hat mich verlassen, nicht ich, die Partei, und der Auslöser ist im Prinzip Barack Obama gewesen.

Er beschreibt, dass er sich mit der neuen Republikanischen Partei näher fühle als mit der früheren – und verweist darauf, dass auch Donald Trump ein ehemaliger Demokrat sei.

Wirtschaft als entscheidender Faktor

Wolfmeier erklärt, er habe das Wahlergebnis seit Monaten so erwartet. Als Grund führt er vor allem die wirtschaftliche Lage an. Den Menschen in den USA gehe es schlecht, argumentiert er, und macht das an konkreten Preisen fest:

Also wenn man für eine Kugel Eis für eine einfache Kugel Eis $10 zahlt oder für ein halbes belegtes Brötchen so oder so ein Sandwich, was noch nicht mal doll ist.

Neben den wirtschaftlichen Faktoren nennt er eine Verschiebung der Wählergruppen, etwa bei Gewerkschaften und Latinos. Auf Trumps zugespitzte Aussagen angesprochen, verteidigt der Gast dessen Stil als Mittel, um in überwiegend demokratisch geprägten Medien durchzudringen – räumt aber ein, dass er selbst manche Äußerungen nicht machen würde.

Zweifel an der Wahl 2020

Deutlich wird Wolfmeier bei der Wahl 2020, deren Ablauf er in Frage stellt. Er verweist auf veränderte Wahlgesetze in mehreren Swing States, betont zugleich aber eine Abgrenzung:

Ich glaube nicht, dass es Manipulation in dem Sinne gab oder die Wahl gestohlen wurde, in dem einfach jetzt was verfälscht wurde.

Die Gastgeber widersprechen und verweisen auf ihr Vertrauen in das US-Rechtssystem. Auch die Sorge vor einer Autokratie unter Trump weist Wolfmeier zurück und wünscht sich stattdessen eine wirtschaftliche Erholung sowie Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg. Die Redaktion kündigt an, künftig auch mit Vertreterinnen der Democrats Overseas sprechen zu wollen.

Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.

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