Jan Karon über die Migrationsdebatte und die Kriminalstatistik
Der Nius-Reporter ordnet die Polizeiliche Kriminalstatistik ein und spricht über seine Arbeit als Investigativjournalist.
Zu Gast im based.-Podcast ist Jan Karon von Nius. Anlass ist die in dieser Woche von Innenministerin Nancy Faeser vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik, die medial große Wellen schlug. Besonders kontrovers diskutiert wurde, dass laut Statistik 41 Prozent der Straftaten von Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft begangen wurden. Karon ist freier Investigativjournalist, hat unter anderem für den RBB gearbeitet und beschäftigt sich als Reporter bei Nius vor allem mit dem Thema Migration.
Streit um die Zahlen
Im Gespräch geht es um die Frage, was aus der Kriminalstatistik zu schließen ist. Aus anderen Medienhäusern kam nach der Bundespressekonferenz der Einwand, es werde außer Acht gelassen, dass die nichtdeutsche Bevölkerung gewachsen sei und unter dieser Berücksichtigung gar kein Anstieg der Straftaten vorliege. Zudem sei die hohe Zahl ausländischer Kriminalität durch häufigere Kontrollen verfälscht - der Vorwurf an die Sicherheitsbehörden lautet Racial Profiling. Karon nimmt zu diesen Entgegnungen Stellung.
Maßnahmen der Politik
Faeser betonte bei der Vorstellung der Statistik erneut, dass Konsequenzen in Form von Abschiebungen nötig seien. Die Ampelregierung setzt seit Kurzem auf Grenzkontrollen, und eine Bezahlkarte für Flüchtlinge soll kommen. Im Podcast wird erörtert, ob das die richtigen Schritte sind und ob diese Maßnahmen insgesamt zu spät kommen. Karon, der sich hauptsächlich mit dem Thema Migration beschäftigt, nimmt dabei auch zu der Kritik Stellung, die Zahlen seien durch häufigere Kontrollen und den gewachsenen Bevölkerungsanteil verzerrt.
Ein Journalist unter Beschuss
Ausführlich geht es auch um Karon selbst, seine Geschichte und seinen Job bei Nius. Sein Arbeitsverhältnis beim RBB wurde 2022 aufgekündigt - Grund war ein Tweet, in dem er den Staat Somalia nach einem Messermord eines Somaliers in Ludwigshafen als Shithole-Country mit Steinzeit-Kultur bezeichnete. Das Gespräch dreht sich darum, ob dies seine Arbeit verändert hat, wie er mit Anfeindungen gegen seine Person umgeht - nur weil er für den vermeintlich falschen Arbeitgeber berichtet - und ob er manche Vorwürfe nachvollziehen kann, etwa den, Nius trete gern ausschließlich gegen die Grünen nach.
Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.
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