Gabor Steingart über den Zustand der deutschen Wirtschaft
Der Journalist und Verleger Gabor Steingart analysiert den relativen Abstieg des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Gabor Steingart war Leiter des Spiegel-Hauptstadtbüros, später Chefredakteur und Herausgeber des Handelsblatts und gründete 2018 das Unternehmen Media Pioneer. In der 33. Episode von based. spricht er mit den Hosts über den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Ein relativer Abstieg
Steingart betont, dass Deutschland seit vielen Jahren einen relativen Abstieg erlebe, weil das Land langsamer wachse als seine Wettbewerber, und inzwischen zusätzlich schrumpfe. Als zentrale Belastungen nennt er teure Energie nach dem Ukraine-Krieg sowie knappe und teure Arbeitskräfte. Dem Wirtschaftsminister Robert Habeck wirft er mangelndes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge vor.
Kritik am Staat und an der Klimapolitik
Deutlich kritisiert Steingart einen aus seiner Sicht übergriffigen Staat, der Verfahren dominiere:
Er hat sich zum Herrn aufgesprungen
Auch die deutsche Klimapolitik hält er für nicht durchdacht, solange sie im nationalen Alleingang erfolge:
Klimaschutz in einem Land geht so wenig wie der Sozialismus in einem
Verzichte Deutschland allein auf fossile Rohstoffe, fänden diese laut Steingart schlicht andere Abnehmer. Er plädiert für verbindliche internationale Vereinbarungen und den Einbezug der Herkunftsländer.
Sanktionen, Diplomatie und Ausblick
Die Russland-Sanktionen hätten nach Steingarts Einschätzung die deutsche Volkswirtschaft stärker getroffen als die russische. Den Abbruch der Gesprächskontakte hält er für einen Fehler:
mit dem Mann müssen wir reden, davon bin ich fest überzeugt
Optimistisch stimmt ihn der Mittelstand. Die Familienunternehmen wüchsen trotz widriger Bedingungen weiter:
die Familienunternehmen halte ich für den einzig nachwachsenden Rohstoff, den wir haben in Deutschland
Deren Potenzial zu entfesseln sei die Aufgabe der kommenden Jahre.
Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.
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