Was spricht gegen ein neues Selbstbestimmungsgesetz?
Die Journalistin Birgit Kelle erklaert, warum sie das geplante Selbstbestimmungsgesetz fuer ueberfluessig und riskant haelt.
Die freie Journalistin und Bestsellerautorin Birgit Kelle befasst sich seit ueber 15 Jahren mit Gender- und Familienpolitik. Bei based. begruendet sie, warum sie das geplante Selbstbestimmungsgesetz ablehnt. Eine Frau sei fuer sie ein erwachsener, biologisch weiblicher Mensch - wissenschaftlich klar definierbar.
Der persoenliche Ausgangspunkt
Zu dem Themenkomplex kam Kelle nach eigener Darstellung als junge Mutter, die feststellte, dass sie weder in der Politik noch in der feministischen Bewegung stattfinde. Ihre Wahl, zeitweise nicht berufstaetig zu sein und dem Kind Prioritaet zu geben, sei im feministischen Plan nicht vorgesehen gewesen. Seither analysiere sie das Geschehen aus dieser Perspektive.
Gefuehl statt Fakten
Grundsaetzlich stoert sich Kelle daran, dass ein Gesetz sich an subjektiven Selbsterkenntnissen statt an objektiven Faktenlagen orientieren solle. Die Juristerei brauche objektive Tatbestaende, kein fluechtiges Gefuehl.
Sorge um Frauen und Kinder
Kelle sieht in dem Gesetz einen Angriff auf Frauenrechte und eine Gefahr fuer Kinder, weil es bereits ab 14 Jahren einen Geschlechtswechsel ermoeglichen solle - im Zweifel gegen den Willen der Eltern. Besonders drastisch faellt ihr Urteil zum Frauensport aus:
es ist der Untergang des Profisports für Frauen, wenn man so etwas einmal zulässt.
Ein Gesetz gibt es bereits
Kelle betont, dass mit dem Transsexuellengesetz bereits eine Moeglichkeit zum Geschlechtswechsel existiere, die therapeutische Begleitung vorsehe und vor vorschnellen Entscheidungen schuetzen solle. Einen Reformbedarf sieht sie nicht:
Ich sehe schlicht keinen Handlungsbedarf für so ein Gesetz.
Dass das bestehende Gesetz aus den 1980er Jahren stamme, laesst sie als Argument nicht gelten - auch das Grundgesetz sei alt. Fuer Aenderungen muessten sich die Faktenlagen aendern:
warum etwas Bewährtes verändern? Wenn das Risiko hoch ist und der Ausgang ungewiss.
Sie verweist darauf, dass Frauenverbaende von links bis rechts, Polizeiverbaende und Fachleute vor dem Gesetz warnten, und fordert, die Regierung solle auf diese Fachleute statt auf Lobbyisten hoeren.
Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.
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