Folge #15 · Zu Gast: Birgit Kelle

Birgit Kelle über das Selbstbestimmungsgesetz: „Ein Gesetz, das die Lüge amtlich macht“

Im „based.“-Podcast erklärt die Journalistin und Autorin Birgit Kelle, warum sie das geplante Selbstbestimmungsgesetz ablehnt – und wo sie Gefahren für Kinder und Frauenrechte sieht.

17. September 2023 · based. Podcast
Birgit Kelle über das Selbstbestimmungsgesetz: „Ein Gesetz, das die Lüge amtlich macht“

In Folge 15 des Podcasts „based.“ ist die freie Journalistin und Autorin Birgit Kelle zu Gast. Im Gespräch mit den Moderatoren geht es um Feminismus, Familienpolitik und vor allem um das geplante Selbstbestimmungsgesetz, das den Wechsel des Geschlechtseintrags erleichtern soll. Kelle, die sich seit über 15 Jahren mit Gender- und Familienthemen befasst, positioniert sich als deutliche Kritikerin des Vorhabens.

Kritik am Gesetzentwurf

Kelle stört sich grundsätzlich daran, dass sich das geplante Gesetz aus ihrer Sicht nicht an objektiven Fakten, sondern an subjektiven Selbsteinschätzungen orientiere. Ein bestehendes Transsexuellengesetz mache eine Neuregelung ihrer Ansicht nach überflüssig.

Grundsätzlich störe ich mich daran, dass wir das erste Mal ein Gesetz schaffen wollen in Deutschland, dass die Lüge. Amtlich macht und dass die Wahrheit verbieten soll.

Auf die Frage, ob sie Menschen die Möglichkeit eines Geschlechtswechsels grundsätzlich verwehren wolle, verweist sie auf die geltende Rechtslage: „Das haben Sie doch jetzt längst.“ Das bestehende Gesetz lehne sie ausdrücklich nicht ab.

Sorge um Kinder und Frauenräume

Einen Schwerpunkt legt Kelle auf den Kinderschutz. Sie befürchtet, dass Jugendliche zu früh weitreichende Entscheidungen treffen könnten, und verweist auf medizinische Eingriffe bei Minderjährigen, die sie als irreversibel bezeichnet. Zugleich sieht sie Konfliktpunkte in geschützten Frauenräumen und im Sport.

Es ist die, es ist der Untergang des Profisports für Frauen, wenn man so etwas einmal zulässt.

Als mögliche Lösungen nennt sie etwa mehr Einzelumkleidekabinen sowie eine gesonderte Kategorie im Spitzensport. Respekt gegenüber Transpersonen sei ihr wichtig, betont Kelle – dieser dürfe aber „keine Einbahnstraße“ sein.

Feminismus in der Krise

Kelle beschreibt sich selbst nicht als Feministin, obwohl sie nach eigener Aussage für Frauenrechte kämpfe. Der Begriff sei vorbelastet und werde von anderen definiert. Ausgangspunkt ihres Engagements sei eine persönliche Erfahrung als junge Mutter gewesen, die sich weder in der Politik noch in der feministischen Bewegung wiederfand.

Ich kämpfe auch für Frauenrechte, aber eben nicht für alle Frauen.

Sie kritisiert, dass der heutige Feminismus nicht mehr in der Lage sei, den Begriff „Frau“ zu definieren, und wirft der Bewegung vor, individuelle Lebensentscheidungen von Frauen zu wenig zu respektieren. Am Ende des Gesprächs plädiert Kelle für mehr Diskurs statt Konfrontation – ein Anliegen, das sich durch die gesamte Folge zieht.

Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.

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