Folge #14

Sebastian Vorbach über Nius, Kontaktschuld und die Twitter-Bubble

Der Journalist Sebastian Vorbach spricht bei based. über seine Talkshow bei Nius, die sogenannte Kontaktschuld und die Zukunft der Linkspartei.

10. September 2023 · based. Podcast
Sebastian Vorbach über Nius, Kontaktschuld und die Twitter-Bubble

Sebastian Vorbach moderiert bei Nius die Talksendung Stimmt! Der Nachrichten-Talk, die zweimal pro Woche live auf YouTube läuft. In dieser Folge von based. erzählt der aus Österreich stammende Journalist von seinem Weg über Red Bull und Bild zu dem neuen Medienunternehmen und spricht über die Debatten, die seine Arbeit begleiten.

Vom Live-Sport zur Politik

Vorbach berichtet, dass er lange im Live-Sport bei Red Bull und Servus TV arbeitete, sich aber stets für Politik und deutsche Talkshows begeistert habe. Um seinen Marktwert zu prüfen, habe er unter anderem bei Bild angefragt und sei dort mit Nachdruck umworben worden. Sein Wechsel zu Nius sei eine Bauchentscheidung gewesen, um mit Julian Reichelt bei einer neu aufgebauten Marke etwas zu wagen. Österreichische Talkshows, so beobachtet er, gingen mit Politikern mit weniger Distanz und Respekt um als deutsche.

Gäste und das Label Kontaktschuld

Vorbach berichtet, dass es anfangs schwer war, ein breites Meinungsspektrum in die Sendung zu bekommen, weil Nius als konservativ gilt und manche Gäste Berührungsängste haben. Von der sogenannten Kontaktschuld hält er wenig. Er beschreibt, wie sich das Problem mit wachsender Reichweite von selbst löse, sobald einzelne Gäste wie Claudius Seidel oder Alexander Kissler den Anfang machten. Dass manche Parteien Auftritte bei Nius mieden, führt er auf die Angst vor einem Shitstorm und auf schlechte Berater zurück.

Warum die AfD wächst

Die Kontaktschuld sieht Vorbach nicht als entscheidenden Grund für den Erfolg der AfD:

Ich glaube nicht, dass es die Kontaktschuld ist, was der af d Zulauf für Zulauf sorgt, ich glaube es sind die anderen Themen

Themen wie die Migration würden zu selten offen behandelt, sodass sich Bürger verschwiegen fühlten. Eine Gefahr für die Demokratie sieht er in der Partei nicht:

ich sehe nicht die Demokratie gefährdet durch die AF d.

Mit Blick auf Österreich und die FPÖ argumentiert er, solche Parteien entzauberten sich in Regierungsverantwortung meist selbst.

Die Realitätsverzerrung durch Social Media

Ausführlich spricht Vorbach über die Rolle von Twitter, das er als kleine, nicht repräsentative Sphäre einordnet:

Es ist eine sehr abgehobene, elitäre Bubble

Politiker begäben sich dort in Grabenkämpfe und jagten dem schnellen Applaus hinterher, was zu zugespitzten Botschaften und Fehlern führe. Zur Linkspartei sagt er voraus, sie sei zwischen Identitätspolitik und klassischer Klientel zerrissen; die Trennung von Sahra Wagenknecht habe sie einen großen Teil ihrer Wähler gekostet. Auch die vermeintliche Kontaktschuld und Phänomene wie die Debatte um kulturelle Aneignung hält Vorbach für Entwicklungen, die an der breiten Bevölkerung vorbeigehen.

Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.

← Alle Folgen
💚Unterstütze based.