Folge #13

Causa Aiwanger: Skandal oder politische Kampagne? Zwei Gäste, zwei Perspektiven

In Folge 13 von „based.“ diskutieren die Juso-Landesvorsitzende Reka Mollner und Apollo-News-Betreiber Max Mannhardt über die Vorwürfe gegen Hubert Aiwanger – und kommen zu gegensätzlichen Schlüssen.

3. September 2023 · based. Podcast
Causa Aiwanger: Skandal oder politische Kampagne? Zwei Gäste, zwei Perspektiven

Die 13. Folge des Podcasts „based.“ widmet sich der Causa Aiwanger: dem Medienskandal, der sich rund um den bayerischen Wirtschaftsminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger entzündete, nachdem ein Flugblatt mit antisemitischen Inhalten aus seiner Schulzeit aufgetaucht war. Zu Wort kommen zwei Gäste mit klar unterschiedlichen Positionen: Reka Mollner, Landesvorsitzende der Jusos in Bayern, und Max Mannhardt, der das Online-Magazin Apollo News betreibt.

Mollner: Ein „verfestigtes Weltbild“

Für die Juso-Vorsitzende handelt es sich bei den Vorwürfen nicht um eine Jugendsünde, sondern um ein durchgängiges Muster. Sie verweist auf Berichte über Aiwangers Auftreten in der Schulzeit sowie auf seine Rede bei der Kundgebung in Erding. Aiwanger sei aus ihrer Sicht als stellvertretender Ministerpräsident nicht tragbar.

„das ist es sozusagen in meinen Augen ein verfestigtes Weltbild, was sich durchzieht“

Mollner betont, die Forderung der Jusos nach Aiwangers Rücktritt sei unabhängig vom Wahlkampf und eine Grundsatzfrage. Auf die Nachfrage, ob es sich um eine Kampagne handle, verweist sie auf eidesstattliche Versicherungen von Zeuginnen: „wenn Leute so eine Versicherung abgeben, dann gebe ich da schon auch was drauf.“

Mannhardt: „Eine Debatte, die keine Maßstäbe mehr kennt“

Max Mannhardt sieht die Sache grundlegend anders. Er warnt vor einer Entwicklung, in der Verfehlungen aus der Jugend nicht mehr vergeben würden, und zieht Vergleiche zu Biografien grüner Politiker. Für ihn fehlt der aktuellen Debatte die Verhältnismäßigkeit.

„Diese Debatte hat keine Maßstäbe, und das ist extrem gefährlich für für, für für einen Diskurs“

Mannhardt verweist auf Recherchen von Apollo News, bei denen namentlich zitierte Mitschüler nichts von einer rechtsextremen Haltung Aiwangers berichtet hätten. Besonders die Rolle eines Lehrers, der für die SPD kandidiert habe, hält er für zentral – und wertet den Vorgang als politisch motiviert.

Streit um Loyalität und Motive

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Frage, wie zu bewerten sei, dass Aiwangers Bruder sich zum Verfassen des Flugblatts bekannte. Mannhardt verteidigt in seinem Kommentar den Aspekt der „Schülerehre“ und der familiären Loyalität und lehnt Denunziation ausdrücklich ab. Zugleich äußert er grundsätzliche Zweifel an den Motiven der Kritiker.

„Nein, es geht hier darum, sich einer bürgerlichen Kraft ja zu entledigen“

Damit stehen sich in der Folge zwei Deutungen gegenüber: Für Mollner geht es um eine Grundsatzfrage der Demokratie und um ein bereits vor den Enthüllungen kritisiertes Verhalten. Für Mannhardt handelt es sich um eine kampagnenhaft vorgetragene Auseinandersetzung, deren Maßstäbe er infrage stellt. Im weiteren Verlauf spricht Mannhardt auch über sein Projekt Apollo News, das er nach eigenen Angaben mit 15 Jahren gründete und das sich über Kleinspenden finanziert.

Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.

← Alle Folgen
💚Unterstütze based.