„Ich glaube, Deutschland braucht eine laute Transe“ – Avelo über Comedy, Flinta und Frauenräume
Die Comedian und Influencerin Avelo spricht im „based.“-Podcast über ihre Comedy, ihre Kritik an Begriffen wie Flinta und einen Streit mit einem Fitnessstudio.
Die Comedian, Songwriterin und Influencerin Marlene Belissimo, bekannt als Avelo, war zu Gast im Podcast „based.“ und sprach mit den Hosts über ihren Weg zur Comedy, ihre Sicht auf queere Debattenkultur und ihre Erfahrungen als Transfrau in Deutschland. Sie beschreibt sich selbst als jemand, der Geschichten erzählt – und der bereit ist, auch unbequeme Positionen zu vertreten.
Comedy statt „Love is love Core“
Avelo grenzt ihre Arbeit bewusst von einer bestimmten Form queerer Kultur ab, die sie als zu freundlich und angepasst empfindet. Sie wolle offen scherzen und nicht in einem bestimmten Aktivismus-Modus mitspielen.
„Ich will über viele Sachen scherzen und nicht in dieser moderne, faire Aktivismus weg.“
Sie verweist auf eine lange Tradition von trans Personen in der queeren Kultur, die selbstbewusst und pointiert aufgetreten seien, und formuliert einen Wunsch für Deutschland.
„Ich glaube, dass ich Deutschland braucht eine laute Transe.“
Kritik an Flinta und Progress-Flagge
Auffällig ist ihre Ablehnung des Begriffs Flinta sowie der Progress-Pride-Flagge. Flinta-Räume seien vielfach zu Frauenräumen geworden, ohne dass durchdacht sei, was der Begriff eigentlich bedeute – und schließe in der Praxis manchmal genau die Menschen aus, die er einschließen wolle. Sie kritisiert außerdem eine Debattenkultur, in der Kleinigkeiten mit schweren Vergehen gleichgesetzt würden.
„Irgendwie diese Skala ist nach unten gerutscht und so, dass kleine Sachen sind die gleiche als viele böse schlimmere Sachen dargestellt.“
Zur Progress-Flagge sagt sie offen, dass sie diese ablehne – unter anderem wegen deren Design und wegen urheberrechtlicher Fragen bei der kommerziellen Nutzung.
Streit mit einem Fitnessstudio
Ein zentrales Thema war ein Konflikt mit einem Fitnessstudio, in dem Avelo zunächst zwei Wochen trainierte, bevor sie sich als Transfrau outete. Danach sei ihr Vertrag rückwirkend gekündigt worden. Sie schildert, wie ihr am Telefon eine Begründung genannt wurde.
„Die Frau am Telefon meinte dass es ist ein reines Frauen Fitnessstudio und deshalb kann ich nicht dort trainieren.“
Sie berichtet, dass sie zudem gefragt worden sei, ob sie operiert sei, und hat gegen die Kündigung Klage eingereicht. Für Kritik sorgt bei ihr auch die Frage, wie in solchen Debatten mit dem Vorwurf des Übergriffs umgegangen wird. Sie widerspricht dem Bild, ihre Existenz sei bereits eine Grenzverletzung, und ordnet die Diskussion ein.
„Jemand die, die denkt, das trägt einen Witz, dass ich erzählt habe, sie fand das problematisch oder so, das ist kein Hecrime.“
Zugleich betont Avelo, dass sie großes Mitgefühl mit Frauen habe, die sexualisierte Gewalt erlebt hätten – sie könne aber nicht nachvollziehen, was dies konkret mit Transfrauen zu tun habe. Am Ende des Gesprächs beschreibt sie, was für sie Glück bedeutet: die Kontrolle über das eigene Schicksal zu haben.
Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.
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