Holger Friedrich über die Ostdeutsche Allgemeine: „Der Osten ist eigentlich ein Chancenland“
Der Verleger des Berliner Verlags erklärt im „based.“-Podcast, warum er eine neue Zeitung für ostdeutsche Perspektiven gegründet hat – und stellt sich der Kritik an seiner Person.
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wird in Deutschland eine neue überregionale Zeitung gegründet: die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (OAZ). Im Podcast „based.“ spricht ihr Verleger, der Unternehmer Holger Friedrich, über die Motivation hinter dem Projekt, über den Blick des Westens auf den Osten – und über die Vorwürfe, die gegen seine Person erhoben werden.
Warum eine Ostdeutsche Allgemeine?
Friedrich, der selbst aus dem Osten stammt und den Berliner Verlag übernommen hat, begründet die Gründung mit einer aus seiner Sicht bestehenden Lücke: Es gebe eine Westdeutsche Allgemeine, eine Süddeutsche und eine Frankfurter Allgemeine – aber kein übergeordnetes ostdeutsches Medium. Der Osten werde in der Wahrnehmung stigmatisiert, sagt er, und stellt die Frage, warum das so sei.
Der Osten wird ja in der übergeordneten deutschen Wahrnehmung gerne stigmatisiert. Das ist Dunkeldeutschland.
Friedrich sieht im Osten dagegen ein wirtschaftliches Potenzial, das im medialen Diskurs zu wenig vorkomme. Er verweist auf Hightech-Ansiedlungen in der Region und wirbt für einen anderen Blick.
Denkt ihr diese High Tech Chip Produktion in Dresden oder die KI Rechenzentren, die jetzt in der Lausitz gebaut werden, werden von Nazis geplant, implementiert und betrieben.
Kritik an der „Mitte“ und den etablierten Medien
Die OAZ will nach eigenem Anspruch den Diskurs weiten und Positionen von den Rändern gegeneinander antreten lassen. Friedrich begründet das auch mit einem Vakuum in der politischen Mitte, die aus seiner Sicht zu vorsichtig agiere.
Die Mitte liefert momentan nicht sie, sie vermauert sich und sichern ihre Machtbasis oder ihre Einflussgrößen und gehen nicht ins Risiko.
Das Blatt versteht sich laut Friedrich als „Werkzeug für eine möglichst offene Meinungsbildung“ und nicht als Parteiorgan. Zur Auswahl der Beiträge gehöre bewusst, sehr linke und sehr rechte Stimmen nebeneinander zu stellen.
Zwischen DDR-Vergangenheit und Egon Krenz
Ausführlich spricht Friedrich über seine eigene Biografie in der DDR, seine Zeit bei der Armee und die Überwachung durch die Stasi. Umstritten bleibt seine Haltung zu Egon Krenz, dem er trotz dessen Verurteilung wegen der Mauertoten Dankbarkeit ausspricht – weil aus seiner Sicht 1989 auf eine Eskalation verzichtet wurde.
Ich werde bis ans Ende meiner Tage erkränzt und all denen die es entschieden haben und. Dankbar sein und wird es immer wiederholen, weil sie haben in dem Moment genau das getan, was die Politik heute nicht vermag.
Friedrich verteidigt zudem seinen Besuch in der russischen Botschaft und sein Verhältnis zu Russland: Er sei kein Unterstützer des Krieges, sondern habe stets gefordert, dieser müsse beendet werden. Zugleich wirbt er dafür, ostdeutsche Erfahrungen mit Transformation stärker in den Diskurs einzubeziehen. Die Kritik an seiner Person – etwa Vergleiche mit Elon Musk oder Vorwürfe aus früheren Recherchen – weist er zurück und ordnet sie als Versuch ein, ihn zu diskreditieren.
Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.
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