Folge #113 · Zu Gast: Johannes Varwick

Für Frieden: Was müssen wir Russland zugestehen, Johannes Varwick?

Der Politikwissenschaftler warnt vor „Kriegsrhetorik“ und plädiert dafür, die russische Perspektive einzubeziehen – und erntet dafür scharfe Kritik.

9. März 2026 · based. Podcast
Für Frieden: Was müssen wir Russland zugestehen, Johannes Varwick?

Vier Jahre nach dem russischen Angriff auf die Ukraine dauert der Krieg an – mit mittlerweile hunderttausenden Opfern. In der 113. Folge des Podcasts based. diskutieren Benjamin Scherp und Dominik Steffens mit dem Politikwissenschaftler Johannes Varwick über eine der drängendsten Fragen der Gegenwart: Was müssen wir Russland zugestehen, um Frieden zu erreichen? Der Titel der Folge bringt das Spannungsfeld auf den Punkt – „Stark für den Frieden“, aber möglicherweise schlecht für die Ukraine?

Europa rüstet auf, Varwick warnt

Angesichts der zurückhaltenden Unterstützung durch die USA rüstet Europa auf, um sich unabhängiger zu machen. Genau in diese Debatte hinein setzt Johannes Varwick seinen Standpunkt: Er will sich für den Frieden starkmachen und warnt vor einer „Kriegsrhetorik“, die aus seiner Sicht die Lage verschärfen könnte.

Sein zentrales Argument: Wenn der Westen die russische Perspektive nicht einbeziehe, drohe eine Eskalationsspirale. Für Varwick ist die Frage, welche Zugeständnisse denkbar sind, kein Tabu, sondern eine Voraussetzung, um überhaupt über einen Weg aus dem Krieg nachdenken zu können.

Kritik und ein enger werdender Meinungskorridor

Für seine Einschätzungen wird Varwick regelmäßig scharf kritisiert. Er landete sogar auf einer ukrainischen Liste sogenannter „Informationsterroristen“ – ein Vorgang, den er selbst als bezeichnend empfindet. Varwick sieht sich als Beispiel für einen enger werdenden Meinungskorridor, in dem abweichende Positionen zum Umgang mit Russland zunehmend unter Druck geraten.

Im Gespräch wird damit nicht nur über die konkrete Kriegslage verhandelt, sondern auch über die Frage, wie in Deutschland und Europa über Krieg, Frieden und mögliche Verhandlungen überhaupt gesprochen werden kann – und wer sich in dieser Debatte noch Gehör verschafft.

Frieden versus Sicherheit der Ukraine

Die Folge kreist um einen fundamentalen Zielkonflikt: Wie lässt sich ein Bemühen um Frieden mit den Interessen und der Sicherheit der Ukraine vereinbaren? Wo endet Diplomatie, wo beginnt Nachgeben – und was bedeutet es, in einem laufenden Krieg mit hunderttausenden Opfern über Zugeständnisse nachzudenken?

Scherp und Steffens gehen diesen Fragen mit ihrem Gast nach und ordnen dabei sowohl Varwicks Position als auch die Kritik daran ein. Wer mehr von den Überlegungen des Politikwissenschaftlers lesen möchte, findet in der Folgenbeschreibung einen Verweis auf sein Buch. Die Episode ist damit weniger eine fertige Antwort als eine Einladung, ein kontroverses Thema aus einer Perspektive zu betrachten, die im öffentlichen Diskurs oft angefeindet wird.

Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.

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