Folge #106 · Zu Gast: Artur Abramovych

„Was treibt einen Juden in die AfD?“ – Artur Abramovych über Selbsthass, Islam und die AfD

Der Publizist und Vorsitzende der Juden in der AfD spricht im Podcast „based.“ über seinen Weg in die Partei, seine Kritik an der Erinnerungskultur und über Antisemitismusvorwürfe.

19. Januar 2026 · based. Podcast
„Was treibt einen Juden in die AfD?“ – Artur Abramovych über Selbsthass, Islam und die AfD

In Folge #106 des Podcasts „based.“ ist Artur Abramovych zu Gast – deutsch-jüdischer Publizist, seit 2017 Mitglied der AfD und Vorsitzender der Juden in der AfD. Im Gespräch mit den Hosts erklärt er seine Beweggründe, ordnet Partei-Strömungen ein und reagiert auf Antisemitismusvorwürfe. Er selbst betont, kein Amtsträger sein zu wollen: „Ich bin kein Politiker, man kann mir vertrauen wie Michael.“

Kritik an der Erinnerungskultur

Abramovych begründet seine Nähe zur AfD unter anderem mit dem, was er als linke Judenfeindschaft und als Folgen von Migration beschreibt. Zugleich äußert er sich kritisch zur deutschen Erinnerungskultur und spricht von einem „Schuldkult“, der aus seiner Sicht weder Juden noch Israel nütze.

Aber so etwas wie ein Schuldkult existiert in Deutschland ja, und wie gesagt, dieser Schuldkult, der bringt den Juden überhaupt nichts.

Aus seiner Perspektive würden Juden von Teilen der Linken instrumentalisiert. Die Erinnerung an die Shoa werde nicht vergessen, dafür sei das Ereignis zu einschneidend, argumentiert er im Gespräch.

Antisemitismus in der eigenen Partei

Auf einen aktuellen Vorfall angesprochen – einen AfD-Abgeordneten, der ein antisemitisches Video verbreitet haben soll – reagiert Abramovych zurückhaltend und verweist auf die Struktur der Partei. Diese habe den geringsten Anteil an Berufspolitikern, was Stärke und Schwäche zugleich sei.

Das ist einerseits die Stärke der AFD, weil das sehr viele Leute sind, die was geleistet haben im Leben, in der freien Wirtschaft, ja, aber andererseits ist auch die Schwäche der AFD ja, weil dadurch automatisch der Anteil an Spinnern steigt, automatisch dadurch.

Die zitierten Aussagen von Parteivertretern wie Alexander Gauland verteidigt er teilweise, andere ordnet er kritischer ein. Zu Björn Höcke sagt er, dieser bediene bewusst die Erwartungen eines bestimmten Publikums.

Migration, Islam und rote Linien

Ein zentrales Thema ist die Migrationspolitik. Abramovych verweist wiederholt auf Demografie und Geburtenraten und benennt aus seiner Sicht das größte Problem klar. Zugleich betont er, Einwanderung sei nicht per se ein Problem.

Das große Problem ist der Islam. Ja, und das betrifft auch Einwanderer, die von mehreren Generationen gekommen sind und sich erst hier islamisiert haben.

Für sich selbst zieht er allerdings eine Grenze innerhalb der AfD: Bei einem Beschneidungsverbot würde er austreten, einem Schächtverbot stehe er dagegen eher positiv gegenüber. Für das Wahljahr 2026 zeigt er sich mit Blick auf eine mögliche Regierungsbeteiligung skeptisch und verweist vor allem auf die Rolle der Union.

Kurzfassung der Folge — das ganze Gespräch hört ihr im Podcast.

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